Rückenyoga & Faszientherapie (Start! & Fortgeschrittene)

Rückenyoga & Faszientherapie (Start! & Fortgeschrittene)

Das Rückenyoga & Faszientherapie ist ein modernes Bewegungssystem, das eine spezielle Toolbox von Yoga verwendet, um die Gesundheit des Körpers und des Nervensystems durch Übungen, die auf anatomischen Bewegungen und Faszienketten basieren, wiederherzustellen.

Auf der anfänglichen Ebene ist seine primäre Rolle die Vorbeugung und Gesundheitserhaltung. Als Gruppenübung kann auch sehr gut funktionieren, welche den gesamten Körper stärkend die individuellen Heilverfahren systematisch ergänzt und effektiv unterstützt. Der Rückenyoga für Anfänger verwendet vorbeugende und sichere Übungen, um die Gesundheit des Körpers und der Wirbelsäule wiederherzustellen. Er wurde speziell für Anfänger entwickelt und verwendet Hatha-Yoga-Übungen für die Bedürfnisse und Fähigkeiten des westlichen Menschen angepasst.

Die drei Hauptbereiche des Rückenyogas für Anfänger: Das Erlernen der gesunden, natürlichen Körperhaltung und richtigen Atmung sowie Techniken zur Stressabbau und Verbesserung der Entspannungsfähigkeit. Ich freue mich auf Euer Kommen!

Auf einem fortgeschrittenen Niveau ist Rückenyoga ein anatomischer Ansatz des Yoga, der in jedes Bewegungssystem integriert werden kann.

In einer fortgeschrittenen Rückenyogaklasse ist der Ausgangspunkt ein gesunder Körper. Ziel ist es, das Bewegungsapparat systematisch zu verbessern. Neben der Erhöhung der Beweglichkeit und der Bewegungsfreiheit der Gelenke sind auch Stabilisierung und Funktionalität von Bedeutung. Meist verwenden wir die Asanas des Hatha-Yoga, aber es ist nicht die Durchführung der vorgegebenen Asana oder Haltung ist das Ziel, sondern der neue Bewegungsbereich und die neuen Bewegungsmuster in das Nervensystem zu integrieren und bewusst oder unbewusst in unserem Alltag einzusetzen. Ich freue mich auf Euer Kommen!

Ayurveda – Wissen vom Leben

Ayurveda – Wissen vom Leben

Ayurveda als Wissensbasis für eine Krankheitsprophylaxe hat eine 5.000 Jahre alte Tradition und stammt aus Indien. Die Harmonie und das Gleichgewicht im Körper aufrechtzuerhalten ist eine der wichtigsten Heilungsprinzipien. Aus diesem Grund ist die ayurvedische Medizin als präventiv und proaktiv zu verstehen. Diesbezüglich steht sie in einem klaren Widerspruch zur westlichen Medizin, die praktisch ausschließlich reaktiv eingesetzt wird. Der Unterschied besteht hier im Wesentlichen darin, dass unser Körper alle Voraussetzungen für eine Früherkennung, eine zielgerichtete Diagnose und einen Heilungsprozess in sich selbst trägt. Häufig geht es hier um die frühe Erkennung von systematischen Ungleichgewichten in unserem Körper (und Geist). Bei einer proaktiven Einleitung zeitgerechter Maßnahmen erübrigt sich hier vielfach der Weg zum Arzt.Genau dieses Prinzip wird in Indien verfolgt:  Ein Arzt bekommt seinen Unterhaltsbeitrag jeden Monat nur dann, wenn jeder in der Familie gesund und fit ist. Sollte jemand krank werden, wird seine Apanage (Entgelt) von der betroffenen Familie zurückgehalten. Ein ayurvedischer Arzt kann daher weder einen wirtschaftlichen noch einen moralischen Vorteil daraus ziehen, wenn jemand krank wird. 

Ein ayurvedischer Arzt kümmert sich um seine Patienten im Normalfall monatlich, zumindest aber quartalsweise um im Rahmen seiner Besuche eine Versorgung mit präventiven Ratschlägen und Kräutern sicherzustellen. Der wesentliche Unterschied zur westlichen Heilungspraxis  ist, dass Ayurveda die Herstellung des inneren Gleichgewichtes im Körper der individuellen Lebenssituation anpasst und zu diesem Zweck die eigene Selbstheilungskraft des Organismus aktiviert bzw. unterstützt. Unsere westlichen Methoden brauchen immer neue Forschungen, Entwicklungen und Heilungsprozesse, die sich jedoch immer an einer durchschnittlichen Testgruppe orientieren (müssen), während die individuellen Risiko- und Heilungschancen bei der Herstellung von medizinischen Massenprodukten zwangsläufig unterrepäsentiert bleiben müssen. Zudem zeigt die Entwicklung, vielfach, dass medizinische Produkte, die vor 10 Jahren als „state-of-the-art“ gepriesen wurden, heute keine Gültigkeit mehr besitzen. Der indische Botschafter in Österreich hat einmal auf die Frage „was Ayurveda sei“ geantwortet, dass wir alle unsere individuellen Ärzte kennen, die die Medikation, auf welche sie vor 20 Jahren geschworen hätten, heute wohl nicht mehr empfehlen würden. Ayurveda braucht keine neue Erfindungen, weil das physische Empfinden, das Reagieren unseres Körpers auf Umweltveränderungen und die Signale unserer körpereigenen „Boten“ weitestgehend bestimmbar sind. Die Analyse des körpereigenen Dissonanzverhaltens erlaubt letztlich die individuelle Therapiefestlegung und lässt daher – anstatt einer Symptombekämpfung – eine „Wurzelbehandlung“ an der „offenen Wunde“ zu. Die nachhaltige Herstellung einer inneren Harmonie von Körper, Geist und Seele erlaubte Ayurveda eine bereits seit 5.000 Jahren andauernde „Erfolgsgeschichte“. Es braucht also keines „Start-ups“, das sich erst am Markt bewähren muss. Ayurveda schreibt seine eigene (Gesundheits-)Geschichte mit Millionen geheilten Menschen, die in dieser Krankheitsprophylaxe wieder zu sich selbst fanden.

Davon handelt sich das Ayurveda, das Wissen vom Leben.

Ayurveda 1.0

Die Basis: Lektion 1 – 4

Lektion 1:

Der Ursprung

Die ersten ayurvedischen Ursprünge gehen bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurück. Die Schriften der Veden, die den Begriff „Ayurveda“ aus den Wörtern „Veda“ (= Wissen) und „Ayur“ (= Leben) zu einer „Wissenschaft vom Leben“ entwickelten, basieren wiederum auf – ursprünglich nur mündlich überlieferte – Sammlungen von religiösen Texten aus dem Hinduismus. In diesen verschriftlichten Sammlungen versteht sich Ayurveda als traditionelle indische Heilkunst der Arien (Sanskrit-Wortfür „ Adelige“), die physische, psychologische und spirituelle Therapien in sich vereinen. Aufgrund seines langen und dauerhaften Bestandes kann die ayurvedische Medizin auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen und wurde gleichzeitig im Laufe der Jahrtausende kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Laufend gibt es neue Entwicklungen und Erkenntnisse, die den Behandlungserfolg wissenschaftlich belegen. Dabei bilden die Ernährungslehre, Reinigungstechniken und Ayurveda-Massagen, Yogapraxis und Pflanzenheilkunde die zentralen Elemente des Ayurveda.

Lektion 2:

Das Dosha-System

Die drei kausalen Lebensprinzipien werden durch drei Lebensenergien – sog. „Doshas“ (Sanskrit-Wort für „Fehler(potential)“) – bestimmt, die in jedem Organismus vorkommen. In einem gesunden Organismus sollten sich diese Energien in einem harmonischen Gleichgewicht befinden, da sie sonst Systemfehler begünstigen. Gewöhnlich wird jedes Individuum durch ein oder zwei vorherrschende „Doshas“ bestimmt, seltener sind alle drei gleich stark ausgeprägt. Daher wird zunächst mit jedem Interessierten ein „Dosha-Test“ durchgeführt und wir stellen als Ausgangsbasis für die weiteren „Balancetechniken“ das aktuelle Verhältnis der Doshas (inklusive der angeborenen) zueinander fest. Wir konzentrieren uns auch auf die Tatsache, dass diese drei Doshas als Funktionen in jeder Schwingung unseres Körpers dauerhaft bestehen und unsere alltägliche Tätigkeiten und Situationen auf die Struktur Doshas bestimmen. Das innere Spannungsverhältnis bzw. die Herstellung eines Gleichgewichtes ist dann Gegenstand einer ersten Bestandsanalyse.

Lektion 3:

Ayurveda und unsere Lebenszyklen

Ayurveda als Lebensweisheit bestimmt sich nicht nur in einer Momentaufnahme (hier: einer Analyse, wie unter Lektion 2 dargestellt), sondern es hält für jeden Abschnitt unseres individuellen Lebensentwurfes Handlungsleitfäden bereit. Diese bilden entlang der verschiedenen Lebenszyklen von der Geburt bis zum Tod einen Erfahrungsstrang, der mit den Interessierten besprochen und in individualisierte Vorschläge übersetzt werden soll, wobei sich diesbezügliche ayurvedische Empfehlungen auch an die Jahreszeiten anpassen.

Lektion 4:

Der ayurvedische Ernährungsansatz

Wir nehmen die ayurvedische Ernährungslehre unter die Lupe und besprechen die Idee des Ayurveda über das Essen und seine Aromen und beantworten die Frage, ob und wie wir unseren Körperstruktur am effektivsten beeinflussen könnten. Der wichtigste Teil des ayurvedischen Gesundheitsansatzes ist die richtige Mahlzeit, denn im Ayurveda glauben wir, wir essen, um zu leben!

Advanced Ayurveda: Lektion 1 – 4

Lektion 1:

Das 3-Säulen-Modell der „vollkommenen Gesundheit“

Jungbrunnen Ayurveda für jeden Tag – Die drei Säulen der vollkommenen Gesundheit:

  • Die richtige, jedoch spezielle Ernährungsweise, vielfältige Kräuteranwendungen,
  • wohltuende Massagen, Bäder, Aromatherapie und
  • Yoga und Meditation.

Trotz der Vielfalt und Fülle von Therapien und Anwendungsmöglichkeiten bleibt Ayurveda immer „einfach“. Wir halten uns dabei an die Grundregel, von Dr. David Frawley (ein zeitgenössischer amerikanischer Ayurveda-Experte), der diese Grundregel wie folgt zuspitzt: „Was immer wir selbst tun können, um unsere eigene Gesundheit zu stärken, wirkt besser als das, was andere für uns tun.“

Lektion 2:

Entgiftungstechniken & Fastenvariationen

Zur Vorbeugung von Krankheiten und die Stärkung unserer Selbstheilungskräfte vertiefen wir unsere Kenntnisse über die ayurvedische Behandlungsmethoden, verschiedene Entgiftungsverfahren und Fastenvariationen. Die Teilnehmer/innen können diese Techniken ohne großen Aufwand selbst anwenden.

  1. bis 4. Lektion:

Ayurvedas Hausapotheke

Hier geht es im Wesentlichen um sog. „Rasajana-Therapien“: Heilkräuterlehre und die Kombination von Gewürzen und Kräutern werden hier individuell auf die Befindlichkeiten des jeweiligen Propanden abgestimmt, damit der Körper eine höhere Aufnahmeleistung gewährleisten kann. Wir besprechen die 6 Entstehungsphasen einer Krankheit in unserem Organismus und geben Tipps zur Selbstbehandlung von über 60 Krankheiten und Beschwerden. Die Handlungsanleitungen zur Selbstbehandlung leiten schließlich zu einer Einführung in das „Hatha Yoga“ über, einen der „Grundbausteine“ für dasAyurveda-Prophylaxesystem. Letztlich geht es hier (auch) um das aktuelle Dilemma qualitativ schlechter Ernährung im Hinblick auf erforderliche Gegenmaßnahmen (was ist zu tun & was tut uns gut?)

Zusammengefasste Lernziele:

  • Erkennen von Dosha-Typen und Erwerb von Grundkenntnissen über die verschiedene Dosha-Typen
  • Die Bedeutung und der Prinzipien der Vorsorge (typische Verlaufsphasen und Entstehung einer Krankheit)
  • Hauptmerkmale von kreativen Attributen unserer Speisen.
  • Körperdisharmonien und deren Bekämpfung/Veränderung.
  • Entwicklung einer 3-Wege-Saisonalkur mit Hinweisen zu einer vegetarischen Küche.
  • Krankheitsprophylaxe und Erkennen von physischen Funktionsstörungen.
  • Praktische Ayurveda-Techniken mithilfe individualisierter Kräutermischungen, Gewürzen, Heilmittelempfehlungen & Rezeptvorschlägen.

Nach Feststellung der Teilnehmeranzahl erfolgt die Terminfestlegung.

Buchrezension: Yoga-Gehirn – Wie und warum Yoga auf unser Bewusstsein wirkt?

Buchrezension: Yoga-Gehirn – Wie und warum Yoga auf unser Bewusstsein wirkt?

Buchrezension: Anna Trökes – Dr. Bettina Knothe: Yoga-Gehirn – Wie und warum Yoga auf unser Bewusstsein wirkt?
2009, O.W.Barth, 315 Seiten, ISBN Nummer: 978-3-4426-29172-6
28. März 2019
Buchrezension „Yoga-Gehirn“

Wie und warum Yoga auf unser Bewusstsein wirkt?

Die Yoga-Pionierin Anna Trökes bildet europaweit seit mehr als drei Jahrzehnten Yogalehrer aus. Die Co-Autorin Bettina Knothe arbeitet als Naturwissenschaftlerin im Bereich der Hirn- und Bewusstseinsforschung und ist ebenfalls ausgebildete Yogalehrerin. Die Themenwahl fiel deshalb auf diese Materie weil das neurowissenschaftliche Erklärungsmuster im Zusammenhang mit den alten Yoga-Weisheitspraxen auf das Gehirn meine Neugier weckten.
Als Yogalehrende beobachten wir, wenn jemand mit bestimmten physischen und psychischen Merkmalsausprägungen in die Yogastunden kommt und diese mit einer anderen Werthaltung verlässt. Der Mensch, der sich mit dem Yoga-Sutra auseinandersetzt wird sich tiefgehend verändern, das war mir immer klar. Yoga funktioniert aber auch, wenn der Mensch kein Yoga-Sutra liest, darüber gar nichts weiß und/oder daran nicht glaubt. Denn Yoga kann auch als Körperarbeit helfen, eine andere physische und psychische Stabilität und Nachhaltigkeit zu erreichen. Ich wollte wissen, wie eine derartige Transformation so subliminal und unterschwellig vor sich gehen kann, dass man die Veränderung nur an den Resultaten erkennt.
In fünf Kapiteln behandeln die Autorinnen unter anderem das Yoga-Sutra des Patanjali, die neurowissenschaftlichen Grundlagen des „achtsamen Gehirns“ sowie die Yoga- Wege und ihre Wirkung. Hierzu gehören zum Beispiel die vier Yoga-Wege der Bhagavad Gita sowie Erläuterungen zu Pranayama und Meditation. Schon die Inhaltsübersicht wirft Fragen auf, wie Was ist Bewusstsein und was ist Wahrnehmung? Hier wird „citta vridhi nirodhah“ in Patanjalis Yoga-Definition neurowissenschaftlich erklärt, sowie die fünf Aktivitäten unseres „Citta“ („das Feld des Geistes“) im Einzelnen beschrieben. Es sind die richtige Wahrnehmung, die falsche Wahrnehmung (Irrtum), Vorstellung bzw. Denken in Konzepten, Schlaf und Erinnerung. Bei den Erinnerungen werden auch die Fehlleistungen, die sogenannten „sieben Sünden des Gedächtnisses“, (Flüchtigkeit, Unaufmerksamkeit, Blockade, falsche Zuordnung, Suggestivität, Vorurteil und Verhaftet-sein) abgehandelt. Weiters werden die Prinzipien, die wir aus den Bereichen Yoga und Meditation kennen: nämlich Achtsamkeit, achtsames Gewahrsein, Bewusstsein und Wahrnehmung mit den entsprechenden Konzepten aus den Neurowissenschaften diskutiert. Studien belegen, dass die menschlichen Systemgrundlagen zwar angeboren sind, in ihrer qualitativen Ausprägung aber veränderbar bleiben. Das Prinzip der Veränderbarkeit gilt bis ins Erwachsenenalter fort. Yoga stärkt nämlich die Strukturen des Gehirns, des gesamten Nervensystems und schult uns motorisch, sensorisch und kognitiv.
Der nächste Kapitel ist dem Thema,

wer ist das ICH, das Yoga übt?

gewidmet und beschreibt Konzepte der Identität. Letztere ist durch Restriktionen – die sog. fünf Kleshas – bedroht: Nicht-Wissen, Ichbezogenheit, Begierde, Ablehnung und Angst – auf dem Yogaweg. Vom Patanjali wissen wir, dass unsere Kleshas ein nie enden wollender Nährboden für immer wieder aufkeimendes Leid, Unruhe und Unzufriedenheit sind. Die Gehirnforscher vermuten, dass alle Änderungen in unseren Empfindungs- und Gefühlsmustern nur als hauchdünner Film über unsere Vorprägungen gestülpt sind, da die sog. Amygdala (das Verhaltensprogramm des Gehirns mit den dortigen Negativprägungen) niemals vergisst. Also „unser Gehirn schreibt unsere Geschichte, und gleichzeitig schreiben sich unsere Erlebnisse und Erfahrungen als Geschichte in unser Gehirn und in den Körper ein“ – stellen die Autoren fest. In der Yogapraxis gewinnt der Übende ein verändertes Körpergefühl, sowie in der frühen Kindheit, als eine Beziehung zum eigenen Körper und gleichzeitig zu anderen Menschen aufgebaut wurde. Standvermögen, die Fähigkeit, Unangenehmes auszuhalten und nicht gleich in die Opferrolle abzugleiten wird durch die grundlose innere Freude und innere Begeisterungsfähigkeit gefördert. Dadurch wächst langsam Selbstvertrauen, Offenheit, Neugier und Beziehungsfähigkeit.
Bei Erwachsenen, die ihren Yogaweg beginnen, geschieht dies sehr ähnlich: der Körper beginnt sich aufzurichten, sein Verkrümmungen und Verbiegungen (auch starker Skoliose) auszugleichen und der Geist folgt diesem Verlauf. Mit neuen Haltungsmustern festigen sich auch neue Verhaltens-, Denk- und Gefühlsmuster. Das Bedürfnis über uns selbst hinauszuwachsen und dabei mit unserem innersten Wesen verbunden zu bleiben, wird tief im
Gehirn verankert und erfährt auf diese Art eine neue Prägung. Eine Transformation wird nur möglich, wenn man im betreffenden Menschen eine Sehnsucht weckt oder ihn physisch und/ oder psychisch soweit „abholt“, dass dieser Mensch aus eigenem Antrieb versucht, sich anders zu verhalten oder einen anderen Weg zu gehen.
Jeden neuen Weg, den ein solcher Mensch von sich aus anstrebt, wird eine Art Heilung bewirken können. Wichtig ist dabei (lediglich) zu erkennen, dass alle positive Gefühle, wie Selbstakzeptanz, Selbstvertrauen, Wohlwollen, Fehlerfreudigkeit oder Selbstliebe bewirken, dass selbstverstärkende Regelkreise im Gehirn angeregt, etabliert und letztlich stabilisiert werden. Dieser Vorgang ist letztlich erforderlich, damit überhaupt neue Wege bestritten werden können. Was früher das noradrenerge System mit all seinem negativ besetzten somatischen Markern (Stress-Antworten) aktivierte, setzt nun das dopaminerge und serotonerge System in Bewegung. Die neuromodulatoren (Dopamin) versprechen uns Belohnung und innere Ruhe, oder Wohlbefinden (Serotonin). Die Yoga-Techniken haben also eine heilsame und harmonisierende Wirkung, dabei werden Spiegelneuronen und die Neuroplastizität des Gehirns angesprochen. Erst wenn wir lernen, unsere Gedanken, Stimmungen und Gefühle zu kontrollieren, erfahren wir das ganze Ausmaß der Rastlosigkeit der Gedanken.
Im letzten Kapitel werden die Yogatechniken, wie Asanas und das ganze Bewegungsrepertoire des Yoga als Mittel der Entwicklung unserer Eigenwahrnehmung sowie Atem- und Meditationstechniken als Einzelpraktiken genauer beschrieben. Ein Konzentrationstraining in Verbindung mit Meditationstechniken kann langfristig dazu führen, dass man sich selbst ebenfalls differenzierter, feinfühliger und mitfühlender wahrnimmt. Das Ergebnis ist ein wesentlich sorgfältigerer Umgang mit seinen Mitmenschen und eine achtsamere und kontrolliertere Reaktion auf äußere Reize. So können wir sinnhaft leben und sinnstiftend für unser Umfeld handeln. Wie das Zitat von Joachim Bauer so treffend im Kapitel „Resonanzen und Übergänge“ befindet:

„Nicht, dass wir um jeden Preis überleben, sondern dass wir andere finden, die unser Gefühle und Sehnsüchte binden und spiegelnd erwidern können, ist das Geheimnis des Lebens.“

Dem ist nichts hinzuzufügen, abgesehen von der Tatsache, dass Patanjali diese Denkleistungen bereits vor 2000 Jahren in Yoga-Sutras beschrieben hat.